Manuka – geballte Pflanzenpower

Die Geschichte des Manuka Strauchs (Leptospermum scoparium) ist eng verknüpft mit der Geschichte Neuseelands. Der Manuka Strauch oder Baum ist meist als dichtes Buschwerk zwischen zwei und fünf Metern Höhe zu finden, kann aber auch als Baum bis 15 Meter hoch wachsen.

Manuka gehört zur Familie der Myrtengewächse und ist in ganz Neuseeland verbreitet, vom fruchtbaren Tiefland bis in die alpinen Regionen. Der Seefahrer James Cook, Entdecker Neuseelands, lernte von den Maori, einen Tee daraus zuzubereiten. Er mochte den strengen, bitteren Geschmack von Manuka sehr. Daher kommt der allgemein gebräuchliche Name Teebaum. Manuka breitet sich als Pionierpflanze überall da aus, wo Wald abgeholzt wurde. Besonders auf der Nordinsel finden sich ausgedehnte hügelige Flächen, die von dichtem besenartigem Manukagestrüpp bedeckt sind. Sie verströmen einen stark aromatischen Duft und verwandeln während der Blütezeit die Landschaft in ein Meer aus weißen kleinen Blüten.

Der Manuka-Baum ist außergewöhnlich robust. Er wirkt fast abweisend, denn seine kleinen Blätter sind hart und piksen. Die weißen Blüten riechen streng, herb und bitter, und die Rinde fällt in langen Streifen vom Stamm. Der Manukabaum hat eine besondere Bezug zum Feuer, denn die holzigen Samenkapseln springen erst auf, wenn sie mit Feuer oder Rauch in Berührung gekommen sind, und verteilen ihren Inhalt auf dem abgebrannten Boden. So kommt ihm die Rolle der Vorreiterpflanze zu.

Die Maori haben eine tiefe Beziehung zum Manuka-Baum und verwenden ihn im Alltag zu erstaunlich vielen Zwecken. Sein Holz ist stark und brennt mit großer Hitze, ideal für die Zubereitung von Essen im Erdofen. Dicke Wurzelstücke wurden im Feuer gehärtet und als Keule für die Robbenjagd verwendet. Das Holz ist hervorragend geeignet, um Speere, Kanus, Paddel, Betten und sogar Häuser daraus zu bauen. Über schwelendem Sägemehl wurde Fisch geräuchert, was ihm einen unvergleichlich würzigen Geschmack verleiht.

Maori setzten die Manukapflanze vielseitig zu Heilzwecken ein. Blätter und Samenkapseln wurden als Umschläge bei Verbrennungen, Entzündungen und Insektenstichen  angewendet. Aus der Rinde wird Tee zubereitet, der innerlich beruhigend wirkt und äußerlich bei Verbrennungen hilft. Ein Tee aus den Blättern wirkt fiebersenkend, hilft bei Magen-Darm-Erkrankungen und Harnwegsentzündung. Die Asche der Rinde wird äußerlich bei allerlei Hautkrankheiten genutzt. Vielleicht haben die Maori auch dem Kakariki (Ziegensittich) zugeschaut, der Blätter und Rinde von Manuka benutzt, um Parasiten loszuwerden. Er kaut die Pflanzenteile und verschluckt sie oder vermengt die gekauten Pflanzenteile mit dem Öl seiner Putzdrüsen und verteilt die Mischung auf seinem Gefieder.

Für die Maori von Nord bis Süd, vom Flachland bis in die Berge, ist Manuka hoch angesehen und geschätzt, denn alle Bäume sind Kinder des Waldgottes Tane, und in ihnen wohnt eine starke magische Kraft.

Kilmog ist der traditionelle Maori-Name auf der Südinsel für die Manuka-Art, die dort wächst.

Das ätherische Manukaöl ist stark keimtötend. Empfindliche Menschen sollten es allerdings mit Vorsicht anwenden. Manuka Honig schmeckt nicht nur ganz besonders, er ist auch ein Heilmittel par excellence. Der Honig wirkt äußerlich angewendet antimikrobiell gegen Bakterien, Viren und Pilze. Was Maori seit ewigen Zeiten empirisch wußten, hat nun die Forschung eindrucksvoll bestätigt. Manuka enthält nicht nur Inhibine und diverse Enzyme wie andere Honige auch, sondern darüber hinaus den besonderen Manuka Faktor, kurz UMF, Unique Manuka Factor.

Das ist ein Zuckerabbauprodukt namens Methylglyoxal (MGO), entdeckt von Lebensmittelchemikern an der Universität Dresden. Guter, reiner Manuka Honig enthält eine ganze Menge davon, doch gibt es heute leider viel Gepantschtes zu kaufen. Es kann gar nicht so viele Manuka Bäume in Neuseeland geben, wie Honig exportiert wird. Reiner Manuka Honig ist sehr teuer, die Inhaltsstoffe, insbesondere der Anteil von MGO bzw. UMF sollte deklariert sein.

Wer Manuka lediglich als leckeren Brotaufstrich oder zum Naschen schätzt, kann einen Manuka Honig ohne Nachweis erwerben, der auch gesund ist und gut schmeckt. Wer ihn aber als Heilmittel anwenden möchte, sollte einen aktiven Manuka Honig mit mindestens 100 Milligramm Methyglyoxal erwerben (MGO 100+ oder UMF 10+). MGO 100+ ist im Normalfall ausreichend. Innerlich angewendet könnte man sagen, je weiter drinnen, desto stärker. Also MGO 250+ für Hals und Rachen, MGO 400+ für Magen-Darm.

Wer Literatur dazu sucht, dem empfehle ich dieses wirklich gut recherchierte Buch:

 

 

Detlef Mix, Manuka Honig

160 Seiten, 19,95 Euro, 360° Medien Mettmann

 

 

 

 

2021-03-05T14:00:58+00:00